Künstler / Thomas Helmbold

Thomas Helmbold

Nach dem Studium in Braunschweig und Hannover begann Thomas Helmbold mit gegenständlicher Grafik und Zeichnungen. Er hat sich die großen Namen zur Auseinandersetzung und Anregung vorgenommen. Michelangelo, Tintoretto, El Greco erkennt man unschwer wieder. „Dem Betrachter fällt dabei auf, dass Helmbold nicht den üblichen Weg der Auseinandersetzung einschlägt; er modernisiert keine der bekannten Gestalten und transportiert auch nicht bildhaft verankerte Themen in zeitgenössische Stile. Helmbold setzt vielmehr das Empfinden seiner Zeit… neben und auch gegen das Zeitempfinden, das er in den Werken der kunstgeschichtlichen Schlüsselfiguren findet.“(Heinz Thiel, 1984)

Inzwischen ist Helmbold die Farbe als Bedeutungsträger genug, es geht ihm um „reine Malerei“. Der Kunstkritiker und Präsident der Hochschule der Künste Berlin, Prof. Lothar Romain, spricht von „ungegenständlichen Farbszenarien“. Viele Landschaften seiner thüringischen Heimat hat Helmbold in der letzten Zeit so eigenwillig mit Farbe gefasst, dass ein Redakteur im Zusammenhang mit diesen lichthellen Landschaften von einer „deutschen Toskana“ schrieb.

Mit den neuen Arbeiten ist „das Wechselspiel von Abstraktion und Figuration, das über eine größere Periode hinweg sein Oeuvre geprägt hat, zu einer Synthese geführt worden. Zu einer atmosphärischen Dichte, in der sich Tradition, Landschaft und Kunst zu Brücken fügen, die schon verloren geglaubt schienen. Zitate der Kunst Leonardos, Zeitungsausschnitte, abgeplatzte Wände und Kirchenfassaden bohren Ihren Stachel in die Sedimente eines Erinnerungshügels“, …

„Am Ende nach einem langen Prozess der Aufdeckung, Verhüllung und Wiederentdeckung ? sind die Anlässe zu kleinen, kaum mehr wiedererkennbaren Fragmenten geschrumpft, aber die Leinwand bleibt vom Geist der Erinnerung imprägniert.“ (Andreas Kühne, Süddeutsche Zeitung).